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ICANN

Kalifornische Non-Profit, die DNS-Politik, TLD-Zulassungen und Streitbeilegung koordiniert — schreibt die Regeln vor, die Registrare befolgen.

Internet Corporation for Assigned Names and Numbers. Eine kalifornische Non-Profit-Organisation, die das DNS-Root, die IP-Adressenvergabe und die TLD-Politik des globalen Internets koordiniert. ICANN betreibt das Internet nicht, aber es schreibt die Regeln vor, die Registrare und Registries befolgen — und setzt sie ungleichmäßig durch.

ICCAN legt technische Standards fest (DNSSEC, EPP, WHOIS), genehmigt neue gTLDs und ccTLDs, vermittelt in Markenschutzstreitigkeiten (UDRP) und verarbeitet DMCA-Abmeldeanfragen durch seinen Compliance-Apparat. Theoretisch ist es rechenschaftspflichtig gegenüber der globalen Internet-Community; in der Praxis spiegelt es die Interessen großer Konzerne, Regierungen und etablierter Stakeholder wider.

Warum es wichtig ist: ICANN-Politik beeinflusst direkt die Domain-Registrierung, Datenschutzrechte und Redefreiheit. Ihre WHOIS-Transparenzanforderungen konfligieren mit der GDPR. Ihr UDRP-Verfahren bevorzugt Markeninhaber gegenüber Registranten. Ihr Mangel an ordentlichem Verfahren bei Missbrauchsbeschwerden ermöglicht Domain-Beschlagnahmen ohne Gerichtsbeschlüsse.

Für anonyme Registranten: ICANN verbietet nicht die Privacy-Registrierung oder Krypto-Zahlungen — Registrare wählen diese Richtlinien unabhängig. Aber ICANN's erweiternde „Registry Policy" und die Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden (FBI, Europol) bedeutet, dass das Domain-Beschlagnahmerisiko überall existiert, selbst offshore. Keine Registry ist wirklich ICANN-sicher.

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