tor

Eepsite

Anonyme Website im I2P-Netzwerk, nutzt .i2p-Adressen und erfordert I2P-Router-Zugang.

Eine Website gehostet im I2P-Anonymitätsnetzwerk, analog zu einer .onion-Website im Tor. Eepsites nutzen .i2p-Adressen und sind nur über einen I2P-Router zugänglich, was sie für Clearnet-DNS und ISP-Überwachung unsichtbar macht.

Eepsites funktionieren wie verborgene Dienste: Der Website-Betreiber legt nie seine IP offen, und der Datenverkehr von Besuchern wird vor dem Server durch mehrere I2P-Knoten geleitet. Der Name kommt aus I2Ps „Invisible Internet Project". Anders als Tor wurde I2P zunächst für interne Netzwerkkommunikation designed, externe Anonymität kam an zweiter Stelle – das gibt ihm andere Bedrohungsmodelle und Leistungsmerkmale.

Gängige Verwendungen sind datenschutzbewusste Foren, Datei-Sharing-Communities und Websites, die in Jurisdiktionen mit strenger Zensur operieren. Die Einstiegsbarriere ist höher als Tor (I2P erfordert Softwareaufbau), also locken Eepsites weniger beiläufige Besucher und Script-Kiddies an. Sie sind auch weniger anfällig für Exit-Node-Schnüffelei, weil es keine Clearnet-Exit-Schicht gibt.

Für Domain-Betreiber: Eepsites brauchen keine traditionellen Registrare oder DNS. Du generierst ein Schlüsselpaar, leitest deine .i2p-Adresse ab und veröffentlichst sie. Kein Ablaufen, keine Erneuerung, kein KYC. Der Kompromiss ist Auffindbarkeit und Vertrauenswürdigkeit – Adressableitung ist deterministisch, aber kryptographisch unfälschbar.

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